Chronik

    Die Geschichte des Schützenverein Westerode e. V. 1928

    Der Schützenverein Westerode wurde 1928 gegründet. Zunächst wurde er als Schießverein bezeichnet. Dieser ging aus dem damaligen Kriegerverein hervor.
    Von den Gründungsmitgliedern um Heinrich Stöber, Wilhelm Lichtenberg, Johannes Kellner, Joachim Vollmer, Wilhelm Finke, Willi Engelhardt, Heinz Klapproth, Heinrich Schmalstieg, Hieronymus Brune, Hans Riethmüller, Hermann Borchardt, Wilhelm und Josef Kruse wurde Heinrich Stöber als 1. Vorsitzender gewählt.
    In der Schlucht am Euzenberg und im Ton-berg wurde in den Anfängen mit einem 98er Karabiner Großkaliber geschossen. Eine 20er Schützenscheibe wurde auf Schienen montiert. Zu diesen Anlässen gehörte auch immer ein kühler Umtrunk. Das Bier transportierten die Schützen mit Pferd und Wagen bis in die Schlucht.

    Im April 1930 erbauten die Schützenmitglieder beim Vereinswirt Kellner einen neuen Schießstand. Hier wurde dann mit Kleinkalibergewehren zu Pfingsten ein Alt- und Jungkönig ausgeschossen.
    Von 1940 bis 1949 gab es durch den Krieg und die Nachkriegszeit keine Vereinstätigkeiten. Am 07. Juli 1950 fand die Wiedergründung des Kleinkaliber-Schützenvereins Westerode statt.
    Als 1. Vorsitzenden wählte man Wilhelm Lichtenberg. In diesem Jahr schossen die Mitglieder ihre neuen Könige mit dem Luftgewehr aus. 1951 betrug der Mitgliederstand 70 Schützen.
    Das Schützenfest wurde seitdem Pfingsten gefeiert, und neben den Tanzveranstaltungen gab es nach dem Königsschießen zur Stärkung ein Schützenfrühstück.

    1952 trat der Schützenverein Westerode dem Niedersächsischen Schützenbund bei. Am 25. Mai 1952 wurde nach dem Krieg der Schießstand für Kleinkalibergewehre wiedereröffnet, und eine Jugendgruppe für bis 16 jährige Jungen ins Leben gerufen.
    Im Jahre 1953 beschlossen die Schützenmitglieder eine neue Satzung. Das 25jährige Vereinsjubiläum und die Fahnenweihe waren ein großes Ereignis. Der 1. Vorsitzende Heinrich Stöber hatte in dieser Zeit am Aufbau des Schützenvereins wohl den größten Anteil. 1955 zählte der Verein bereits 117 Mitglieder. 1956 wurde erstmals in Westerode das Grenzland-Pokal-schießen mit den beteiligten Vereinen Gerblingerode, Nesselröden, Etzenborn, Weißenborn, Beienrode und Rittmarshausen durchgeführt. Der 1. Vorsitzende pro-klamierte 1957 Joachim Nolte als ersten Ratskönig.

    Der Verein beteiligte sich Ende der fünfziger Jahre nicht nur an Fernwettkämpfen des Schützenbundes, sondern führte zu Weihnachten auch Theaterstücke mit großem Erfolg auf. Der Delegiertentag des Kreis-schützenverbandes Südharz fand 1958 in Westerode statt.
    Der Schützenhauptmann Heinrich Stöber legte nach 18jähriger Tätigkeit sein Amt nieder, es folgte Kurt Abramowski. 1963 wurde Erwin Brune zum 1. Vor-sitzenden gewählt. Das Luftgewehrschießen fand auf dem Saal des Vereinswirts Kellner statt. Der Schützenkönig von 1967, Ernst Druwe, errang beim Eichsfeldkönigschießen in Hilkerode die Königswürde. 1968/69 nahm erstmals eine Schützenmannschaft am Luftgewehr-Rundenwettkampf teil.

    Beim Schützenfest 1969 proklamierte man zum ersten mal einen Volkskönig, unseren Schützenbruder Heinrich Stollberg.
    Die Damenriege gründete sich am 7. Mai 1971, und 30 Damen traten in den Schützenverein Westerode ein. Marlies Artmann errang 1972 erstmalig die Königswürde der Damen. Das Schießen auf die Volkskönigscheibe wurde nunmehr allen Bürgern des Ortes gestattet.
    Seit dem Jahre 1974 begleitet der Spielmannzug Nesselröden den Schützenverein zu Pfingsten bei seinen Umzügen. Eine Freundschaft zur 1. Kompanie des Werdohler Schützenvereins wurde aufgebaut, und die Ausflüge des Vereins in den 70er Jahren erfreuten sich großer Beliebtheit.
    Das 50jährige Vereinsjubiläum wurde 1978 zu Pfingsten begangen. Im vollbesetzten Festzelt in der Blumenau spielte die Kapelle „Original Egerländer“.

    Nach fast 30jähriger Tätigkeit im Vorstand wurde 1979 Erwin Brune zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Zum neuen Vorsitzenden wählte man Albert Lichtenberg, der dieses Amt bis zu Jahre 1999 inne hatte.
    Eichsfeldkönig wurde im August des Jahres 1979 Jürgen Buch. Im Jahre 1983 errang Andrea Nolte die Würde der Eichsfeldkönigin.

    Bedingt durch die steigenden Mitgliederzahlen und die dadurch entstandene räumliche Enge, fassten die Mitglieder im Jahr 1979 den einstimmigen Beschluss zum Neubau einer Schießanlage. Am 17.Oktober 1981 erfolgte der erste Spatenstich, und nach fast 3 Jahren Bauzeit am 20. Mai 1984 die Inbetriebnahme.
    1984 feierten die Mitglieder zum ersten Mal im neuen Schützenhaus in der Blumenau ihr Schützenfest. Die offizielle Einweihung fand am 27. April 1985 statt. Das Schützenhaus wurde in über 13.000 unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden erstellt.
    Das erste Kirmeskönigschießen wurde im Herbst 1985 durchgeführt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands trainierten Mitglieder des Schützenvereins Beuren auf den Schießstand und ermittelten ihre Schützenkönige. Eine Freundschaft entstand, die sich leider in den folgenden Jahren wieder auseinander lebte.
    Seit September 1992 wird jährlich ein Vogelschießen durchgeführt.

    In der Jahreshauptversammlung 1997 beschlossen die Mitglieder eine neue Vereinssatzung, und der Schützenverein Westerode erhielt die Gemeinnützigkeit.
    In den Jahren 1992 und 2001 wurden Anbauten an das bestehende Schützenhaus in Angriff genommen und die räumlichen Verhältnisse den jeweiligen Nutzungsmöglichkeiten angepasst.
    Der langjährigen 1. Vorsitzenden Albert Lichtenberg wurde auf der Jahreshauptversammlung 2000 auf Grund seiner vielen Verdienste für den Verein zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

    Lutz Beuleke, Schützenkönig des Jahres 2000, errang nicht nur die Eichsfeldkönigswürde, sondern auch noch die des Grenzlandkönigs. Die amtierende Jugendkönigin des Jahres 2001, Natascha Vollmer, erreichte die Würde der Kreisschülerkönigin des Kreisschützenverbandes Südharz.
    Auch 2002 waren Mitglieder des Schützenvereins beim Königsschießen sehr erfolgreich. Neben dem Kreisjugendkönig Thomas Borchardt und der kleinen Königin Andrea Schulze erreichten Lutz Beuleke als 1. Ritter, Marina Nolte als 1. Prinzessin bei der Jugend und Hans- Georg Vollmer als 1. Ritter beim kleinen König jeweils 2. Plätze.

    Im Jahre 2003 feierte der Schützenverein Westerode bei gutem Wetter sein 75jähriges Vereinsjubiläum unter der Schirmherrschaft des Ortsbürgermeisters Bernward Vollmer. Der Festumzug am Pfingstsonntag war sehr gut besucht. Ca. 500 Teilnehmer aus dem Ort und von befreundeten Vereinen ließen den Umzug über eine für den Verkehr gesperrten Ortsdurchfahrt, zu einem unvergessen Erlebnis werden. Im Zuge des 75jährigen Jubiläums des KSV Südharz war auch eine Delegation des NSSV in Westerode zu Gast und der Präsident Hans-Helmut Fischer überreichte dem Verein als Gastgeschenk ein Fensterbild.
    Als Jubiläumsgeschenk erhielt der Verein vom Schützenbruder Wilhelm Rudolph eine geschnitzte Königsgalerie.
    Die Eichsfeldpokalmeisterschaften, das Kreiskönigsschießen, das Grenzlandschießen und der Grenzlandball fanden in diesem Jahr in Westerode statt.
    Lutz Beuleke errang in diesem Jahr die Würde des kleinen Königs beim Südharzkönigsschießen. Natascha Vollmer wurde in diesem Jahr mit der Mannschaft deutsche Vizemeisterin in der Disziplin KK-100 Meter.

    Vorstand


    Vorstand im Jubiläumsjahr 2003

    Im Jahre 2004 wurde in Zusammenarbeit mit dem Angelsportverein der Parkplatz vor dem Schützenhaus gepflastert.

    2005 konnten wir die erste deutsche Meisterin mit Natascha Vollmer in der Disziplin Luftgewehr in Westerode begrüßen.
    Für die Jugend wurde ein Lasergewehr angeschafft und es können nun auch unter 12-jährige aktiv im Verein mit schießen.
    Die Jugendwartin Diana Schwedhelm wurde kleine Königin, Südharzkönigin und 2. Prinzessin des Eichsfeldverbandes, der Schießsportleiter Johannes Böning 1. Ritter beim kleinen König.
    Beim Schützenfest 2006 fand die Fahnenweihe der neuen Vereinsfahne statt. Der Eichsfeldverband überreichte zu diesem Anlass einen Fahnennagel.
    Michael Beuleke wurde in diesem Jahr zum Grenzlandjuniorenkönig proklamiert.

    Zum Schützenfest 2007 überreichte der Präsident des KSV Südharz Wilfried Lühe Fahnennägel des Kreisverbandes und des Landesverbandes.
    Auf dem Kreiskönigsball 2007 in Brochthausen wurde Maik Nolte zum Kreisschülerkönig proklamiert.

    Im Jahre 2012 erreichte unsere Silberkönigin Bärbel Friedrich die Würde der Eichsfeldkönigin, Karl Frederik Steinmetz wurde Kreisjugendkönig, Natascha Vollmer Freihandkönigin im KSV Südharz und Marina Nolte kleine Königin.

    Seit vielen Jahren nehmen Mannschaften des Schützenvereins Westerode bei Pokal- und Vergleichsschießen erfolgreich teil. Eichsfeld- und Grenzlandkönige wurden aus den Reihen des Vereins proklamiert. Neben mehreren Teilnehmern an den Landesmeisterschaften nahmen Natascha Vollmer und Andrea Nolte auch an den Deutschen Meisterschaften teil.
    So schießen auch mehrere Schützenschwestern und Schützenbrüder in anderen Vereinen, wo sie in ihren bestimmten Disziplinen bessere gemeinsame Trainingsmöglichkeiten vorfinden. Im Gegenzug komplettieren andere Schützen und Schützendamen aus diesen Vereinen unsere Mannschaften, und helfen sich so gegenseitig im sportlichen Schießen gute Leistungen zu erringen. Wir hoffen, dass das Interesse am Schießsport und am Vereinsleben in der Bevölkerung weiterhin vorhanden ist. Unser Sport beinhaltet nicht nur die körperliche Ertüchtigung, er verlangt auch Körperbeherrschung, Konzentration und den richtigen motorischen Ablauf.


    Vorsitzende des
    Schützenvereins Westerode e. V. 1928


    1928 – 1937 Heinrich Stöber
    1937 – 1939 Johannes Kellner
    1939 – 1940 Karl Vollmer
    1950 – 1950 Wilhelm Lichtenberg
    1951 – 1960 Heinrich Stöber
    1960 – 1962 Kurt Abramowski
    1963 – 1979 Erwin Brune
    1979 – 1999 Albert Lichtenberg
    1999 – 2001 Rudi Esseln
    2001 – 2013 Lutz Beuleke



    Über die Gründung der Damenriege

    Beim Nachlesen der Protokollbücher des Schützenvereins ist von einer eventuellen Gründung einer Damenriege zum ersten Mal in einer Vorstandsitzung am 4.5.1963 die Rede. Unter Punkt 3 der Tagesordung wird berichtet, dass es einige interessierte Damen gäbe, die gern dem Schützenverein beitreten würden. Nach einer Diskussion wurde dieser Punkt erst einmal zurück gestellt.

    In einer weiteren Versammlung vom 22.06.1963 war die Gründung eine Damenriege unter TOP 9 Inhalt einer Diskussion, die mit einer Abstimmung endete: 18 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen. Die Gründung einer Damenriege war somit beschlossen, warum sie nicht durchgeführt wurde geht aus den Protokollbüchern nicht hervor.

    Vor der offiziellen Gründung der Damenabteilung wurde als erste Frau Bärbel Friderich 1970 Volkskönigin. Dieses war das erste Mal, dass überhaupt einer Frau im Schützenverein Westerode eine Königswürde verliehen wurde.

    Am 6.3.1971 wurde auf einer Versammlung unter Punkt 8 der Tagesordnung erneut über die Gründung einer Damenriege verhandelt. Die Versammlungsmitglieder hatten keine Einwände mehr, dieses nun endlich zu realisieren. So wurde am 7. Mai 1971, also 8 Jahre nach der ersten Diskussion, über die Aufnahme von Frauen in den Verein, die Gründung der Damenriege im Vereinslokal der Gaststätte Kellner vollzogen.

    18 Frauen waren erschienen. Nach einer kurzen Ansprache wurde ihnen die Satzung des Vereins vorgelesen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten: Giesela Steib, Bärbel und Irene Friedrich, Elli Buch, Rosa Vollmer, Ika Dunkel, Anni Lichtenberg, Ingrid Schöke, Frieda Stollberg, Marlis Artmann und Helga Diedrich.
    Als Vertreterin der Damen wurde Helga Diedrich gewählt, als 2.te Damensprecherin fungierte Marlis Artmann.

    In diesem Jahr wurde beim Schützenfest noch keine Königin ausgeschossen, da die offizielle Aufnahme in den Verein erst bei der Jahreshauptversammlung im darauf folgendem Jahr erfolgen musste. Die Würde des Volkskönigs ging jedoch auch 1971 an eine Frau, an Leni Nolte. Im gleichen Jahr errang beim Anschießen Ingrid Wilhelmi die Ehrenscheibe und wurde als Bestmann der Damen ausgezeichnet. Die ersten grünen Schießschnüre gingen auch schon vor der offiziellen Aufnahme in den Verein an Franziska Dunkel, Frieda Stollberg und Giesela Steib. Als Damenübungsleiter wurde Heini Dunkel gewählt.

    Zur Zeit gehören unserem Verein circa 70 Damen an. Oftmals sind die Frauen gefordert, wenn es um die Gestaltung von Schützen- oder anderen Festen geht. Es werden Kuchen gebacken, Salate gemacht, geputzt usw.

    1. Damensprecherinnen des
    Schützenvereins Westerode e. V. 1928


    1971 – 1972 Helga Diedrich
    1972 – 1989 Ingrid Schöke
    1989 – 1996 Rita Magerkurth
    1996 – 1999 Gaby Görtler
    1999 – heute Cornelia Vollmer